Medienvereinbarung für Kinder: gemeinsame Regeln statt täglicher Diskussion
«Nur noch fünf Minuten!» – Streit um Handy, Tablet und Games gehört in vielen Familien zum Alltag. Eine Medienvereinbarung, die ihr gemeinsam abmacht und unterschreibt, schafft Klarheit für alle. Hier findet ihr Regeln nach Alter, Tipps und eine Vorlage zum Anpassen und Ausdrucken.
Warum eine Vereinbarung besser wirkt als ein Verbot
Regeln, die Kinder mitgestalten, halten sie eher ein. Eine schriftliche Vereinbarung macht klar, was gilt – auch dann, wenn es spät ist und alle müde sind. Und sie gilt für alle: Wer erwartet, dass beim Znacht kein Handy auf dem Tisch liegt, legt das eigene auch weg.
Es geht nicht ums Kontrollieren, sondern ums Begleiten. Wichtiger als jede Minute ist, dass Kinder wissen: Wenn online etwas schiefläuft, dürfen sie es erzählen – ohne Ärger.
Welche Regeln passen in welchem Alter?
Eine verbreitete Faustregel ist «3-6-9-12» des französischen Psychiaters Serge Tisseron: kein Bildschirm vor 3 Jahren, keine eigene Spielkonsole vor 6, Internet erst ab 9 und begleitet, soziale Netzwerke frühestens ab 12. Die folgenden Vorschläge sind ein Ausgangspunkt – passt sie an euer Kind an.
Bis 6 Jahre
- Bildschirm schauen wir gemeinsam – nicht allein.
- Höchstens 30 Minuten pro Tag, mit Pausen.
- Kein Bildschirm beim Essen und vor dem Einschlafen.
- Tablet und Handy bleiben im Wohnzimmer.
- Wenn der Wecker klingelt, ist fertig.
- Auch Mama und Papa legen das Handy weg, wenn wir zusammen sind.
Schulkinder (7–12)
- Unter der Woche höchstens 1 Stunde Bildschirm in der Freizeit, am Wochenende 2 Stunden.
- Zuerst Hausaufgaben und Ämtli, dann Bildschirm.
- Beim Essen sind alle Handys weg – auch die von Mama und Papa.
- Ab 20 Uhr kommen Handy und Tablet in den Handy-Parkplatz.
- Neue Apps und Spiele fragen wir vorher nach.
- Wenn mir online etwas Komisches passiert, darf ich es immer erzählen – ohne Ärger.
Jugendliche (ab 13)
- Wir schätzen unsere Bildschirmzeit ehrlich ein und reden einmal pro Woche darüber.
- Beim Essen und bei Familienzeit bleiben die Handys weg.
- Nachts schläft das Handy ausserhalb des Zimmers.
- Keine Fotos oder Videos von anderen ohne ihr Einverständnis.
- Hausaufgaben und Schlaf gehen vor.
- Wenn online etwas schiefläuft, holen wir uns gemeinsam Hilfe.
5 Tipps für eure Medienvereinbarung
- Zusammen erarbeiten. Setzt euch an einen Tisch, wenn alle entspannt sind – nicht direkt nach einem Streit. Jede Person darf Vorschläge machen.
- Wenige, klare Regeln. Fünf bis acht Regeln reichen. «Ab 20 Uhr Handy-Parkplatz» ist klarer als «nicht zu spät».
- Bildschirmfreie Zeiten für alle. Znacht, Familienausflug, die Stunde vor dem Schlafen: Was für die Kinder gilt, gilt auch für die Erwachsenen.
- Alternativen bereithalten. Bildschirmzeit sinkt vor allem dann, wenn es etwas Spannendes anderes gibt – Spiele, Bücher, draussen sein.
- Regelmässig anpassen. Was mit 8 passt, ist mit 11 zu eng. Schaut die Vereinbarung alle paar Monate gemeinsam an.
Medienvereinbarung-Vorlage zum Ausdrucken
Alter wählen, Regeln an- und abwählen oder eigene ergänzen, bildschirmfreie Zeiten eintragen, Namen für die Unterschriften – fertig ist eure Vereinbarung auf A4 hoch. Gratis, ohne Konto. Eure Eingaben bleiben auf diesem Gerät und werden nirgends hin geschickt.
Vorschau (A4 hoch)
Weniger Bildschirm. Mehr Familie.
FamilyBuddy hilft, Bildschirmzeit zu begleiten statt zu kontrollieren – ohne Kinder an den Bildschirm zu binden.
- Medien-Vereinbarung mit Vorlagen nach Alter – zusammen anpassen, alle stimmen zu, ausdrucken und aufhängen
- Bildschirmfreie Zeiten für alle: Auf «Heute» und auf dem Küchen-Tablet steht «Jetzt bildschirmfrei»
- «Was machen wir statt?» – Ideen nach Wetter, Alter und Zeit, mit einem Tipp im Familienkalender
- Kein Tracking: FamilyBuddy misst keine Bildschirmzeit und überwacht niemanden
CHF 5.– pro Monat für die ganze Familie, Daten in der Schweiz. Mehr auf der Startseite · Anleitung · Infoblatt für Schulen


Häufige Fragen zur Medienvereinbarung
Wie viel Bildschirmzeit ist für Kinder in Ordnung?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Für kleine Kinder gilt: so wenig wie möglich und gemeinsam. Bei Schulkindern und Jugendlichen zählen neben der Dauer vor allem die Inhalte, genug Schlaf, Bewegung und Zeit mit anderen.
Ab wann sollte ein Kind ein eigenes Handy haben?
Das hängt vom Kind und von der Situation ab, etwa vom Schulweg. Viele Familien warten bis zum Übertritt in die Oberstufe. Wichtiger als das Alter ist, dass vorher klare Regeln abgemacht sind – genau dafür ist eine Medienvereinbarung da.
Was ist die 3-6-9-12-Regel?
Eine Faustregel des französischen Psychiaters Serge Tisseron: kein Bildschirm vor 3 Jahren, keine eigene Spielkonsole vor 6, Internet erst ab 9 und begleitet, soziale Netzwerke frühestens ab 12 Jahren.
Was passiert, wenn sich jemand nicht an die Vereinbarung hält?
Macht das am besten gleich beim Erstellen ab, zum Beispiel am nächsten Tag weniger Bildschirmzeit. Bleibt ruhig und sprecht nach ein paar Wochen gemeinsam darüber, ob die Regeln noch passen.
Gilt die Vereinbarung auch für Eltern?
Ja, zumindest die bildschirmfreien Zeiten. Kinder orientieren sich stark am Vorbild der Erwachsenen. Darum unterschreiben in der Vorlage alle.
Ist die Vorlage gratis und brauche ich ein Konto?
Ja, die Vorlage ist gratis und ohne Konto. Eure Eingaben bleiben nur auf eurem Gerät und werden nicht verschickt. FamilyBuddy misst keine Bildschirmzeit und überwacht niemanden.
Weiterlesen: jugendundmedien.ch – Nationale Plattform Jugend und Medien